OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Über uns

In unserer Gemeinschaft leben heute 29 Kinder und Jugendliche, 6 Bewohner von Caritas-Wohnungen, 7 Gäste, eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien mit ihren beiden Kindern & 61 Mitglieder des Vereins Brot-Kalksburg. Seit 2010 bewohnen wir Teile des früheren Jesuitenklosters und neu dazu gebaute Niedrigenergie und Passivhäuser auf dem Gelände des Kollegium Kalksburg.

 

Wir sind eine große Gemeinschaft, die Menschen aus allen Altersgruppen verbindet: Andreas, 10 Monate alt und Hilde mit 89 Jahren sind unsere jüngsten und ältesten Mitbewohner. Die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe, Lebensphasen und der persönlichen Spiritualität aller Mitbewohner verstehen wir als Bereicherung für unser gemeinsames Leben. Folgende Prinzipien helfen uns im alltäglichen Leben als Gemeinschaft immer wieder zusammen zu wachsen.

 

Offenheit ist uns wichtig; wir leben sie im täglichen Miteinander wenn wir uns begegnen, wenn wir Freude, Spaß, das Alltägliche, Trauer, Leid und Erfolg miteinander teilen. In unseren Vollversammlungen schaffen wir zu Beginn eine Zeit der Achtsamkeit für persönliche Mitteilungen, Ärger und Wertschätzung bevor wir Sachthemen miteinander besprechen. Wir sind offen auch für Menschen, die nicht Mitglieder sind und das Leben in Gemeinschaft kennenlernen wollen. Gäste, Freunde und Interessenten sind bei unseren Festen, Arbeitstagen und auch bei den offenen Vollversammlungen willkommen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die persönlichen Grenzen der „Offenheit“ uns als Menschen auszeichnen, und sich immer wieder verschieben. Hier ist uns wichtig Achtsamkeit & Respekt vor der persönlichen Balance des „sich Öffnen“ und „sich Abgrenzen“ zu leben.

 

Wir öffnen uns immer wieder auch neuen praktischen Lösungen für das gemeinschafliche Leben wenn z.B alte Strukturen des Vereins nicht mehr gut funktionieren, wenn bisherige Prozesse für die Entscheidungsfindung uns eher einschränken als unterstützen, oder wenn einfach jemand eine „neue Idee“ hat, wie wir das Miteinander neu gestalten können. Dann ist meistens die Vollversammlung der Ort, wo wir diese Themen gemeinsam besprechen und entscheiden.

 

Die Verbindung und das Vertrauen unter uns Mitgliedern wächst im miteinander Tun, miteinander Reden und auch im gemeinsam Entscheidungen treffen. Deshalb bieten wir viele verschiedene Möglichkeiten dafür an. Moderierte Gemeinschaftstage, Wanderungen, Arbeitstage im Wald und den Gärten, das offene „Wohnzimmer“, das Montagsfrühstück, die monatlichen Vollversammlungen, Arbeitsgruppen und verschiedene Interessensgruppen, wie die IG Bienen oder das rote Zelt. Wir haben uns entschieden einen Großteil der Liegenschaftsaufgaben als Gemeinschaft selbst zu erledigen; dadurch erleben wir ganz praktisch, dass wir uns brauchen, und wir begegnen uns im Alltag öfter.

 

Die Ausgewogenheit zwischen Eigenständigkeit der eigenen Person und Verbindlichkeit gegenüber der Gemeinschaft ist uns sehr wichtig. Wir reden oft darüber und schaffen so ein immer neues Gleichgewicht, dass den Menschen die heute hier miteinander leben bestmöglich entspricht. Die Vereinbarung zum Gemeinschaftsleben aus dem Jahre 2009 bietet dafür einen Rahmen (PDF). Die Übernahme von Aufgaben in der Liegenschaftsverwaltung, in Arbeitsgruppen und auch bei der Gestaltung des Gemeinschaftslebens ist ein fester Bestandteil unseres Projektes. Jeder bringt sich dort ein wo er mit seinen individuellen Fähigkeiten und Ressourcen einen Beitrag leisten kann. In Summe schaffen wir so sehr viel.

 

Solidarität ist uns wichtig und wird immer wieder sichtbar wenn Mitglieder große Aufgaben im Verein übernehmen, von denen wir alle profitieren oder wenn jemand in „Auszeit“ geht und andere seine Aufgaben übernehmen. Dann, wenn ich einfach sagen kann „ich brauche Dich“. Auch ein „Notgroschen“ wurde eingerichtet, um im Bedarfsfall Mitglieder finanziell zu unterstützen. Das Bedürfnis der Mitglieder auch mit Flüchtlingen solidarisch zu sein führte 2015 zur Umwidmung unserer „Gästewohnung“ in eine Wohnung für syrische Flüchtlinge. Ein Team von Mitgliedern hat dann mit viel persönlichem Einsatz das Ankommen und die Integration der Flüchtlingsfamilie im 1. Jahr begleitet.

 

Persönliche Kränkungen, Widerstand, verdeckte und offene Aggression, all das ist auch Teil des Miteinander Lebens, nicht nur in Gemeinschaft. Wir sprechen Konflikte offen an, und bieten über das „Team Miteinander“ persönliche Unterstützung, wenn das miteinander Reden nicht mehr geht. Wir holen uns auch von „Außen“ Unterstützung wenn wir merken, dass wir allein nicht weiterkommen. Die große Vielfalt an Fähigkeiten, Haltungen & Erfahrungen ist für uns ein unerschöpfliches Potential neue Sichtweisen und auch Lösungen für Konflikte zu entdecken.

 

Die Mitglieder unserer Gemeinschaft kommen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Ein „spirituelles Bewußtsein“ ist uns wichtig, auch wenn dieses nicht an eine Konfession oder Kirche gebunden ist. Der spirituellen Begegnungsraum im Wohnprojekt soll als offenes & freiwilliges Angebot der Mitglieder entstehen.

 

Eher einem natürlichem Bedürfnis, als einem Plan folgend feiern wir gemeinsam Feste und Rituale, beginnen unsere Vollversammlungen immer mit einem Segensspruch, oder schicken spontan über den internen Mailverteiler Einladungen zum gemeinsamen Gebet oder zur Meditation aus. In den 10 Jahren seit unserer Gründung gab es eine Reihe von spirituellen Initiativen Einzelner, kleiner Gruppen oder auch der ganzen Gemeinschaft, die oft für einen gewissen Zeitraum aktiv waren und dann wieder von Anderen abgelöst wurden. So ist die Spiritualität bei uns auch ein Spiegel für die Spiritualität der Einzelnen und wir, als Gemeinschaft bieten den Raum sie gemeinsam zu erleben.